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Skigebiet Schetteregg: Zukunft wieder ungewiss

(vorarlberg.orf.at)Die Zukunft des Skigebiets Schetteregg ist nun doch wieder unklar. Bei einer Vollversammlung der Agrargemeinschaft Alpe Gemeine Brongen und Tristen kam eine erforderliche Mehrheit knapp nicht zustande, wie es in einer Mitteilung von Investor Jürgen Sutterlüty und dessen SCA GmbH heißt. Damit werde das Skigebiet im kommenden Winter nicht öffnen, auch der Bikepark sei wieder in der Schwebe.

Noch im Juni galt der Ganzjahres-Betrieb mit Bikepark im Sommer – nach langem Ringen – als gesichert. Das Skigebiet stehe damit vor einem Neustart, hieß es, Investor Jürgen Sutterlüty werde die Liftanlagen der insolventen Egger Lift-Gesellschaft übernehmen. Die Arbeiten sollten schon im Sommer beginnen, eröffnen sollte der Bike-Park im Frühjahr 2027 – mehr dazu in: Schetteregg stellt Weichen auf Neustart. Das Ganzjahreskonzept war für Sutterlüty Voraussetzung für eine wirtschaftlich tragbare Investition in das Gebiet.

Zustimmung im März

Grundlage war die Zustimmung der großen Alpen zu dem Konzept. Im März habe die Vollversammlung der Agrargemeinschaft Alpe Gemeine Brongen und Tristen dem Sommer-Konzept des Bikeparks mit überwältigender Mehrheit zugestimmt, wird in der aktuellen Mitteilung auf der Internetseite des Skigebiets betont – mehr dazu in: „Wichtiger Meilenstein“ für Schetteregg.

„Am 14. Juli 2026 wurden sämtliche noch offenen Vertragsinhalte gemeinsam mit dem gesamten Vorstand und dem Bewirtschafter abschließend vereinbart und per Handschlag bestätigt. Auf dieser Grundlage wurden die Vertragsfassungen finalisiert. Gleichzeitig wurden Planungen, Behördenverfahren und technische Vorbereitungen mit erheblichem Aufwand vorangetrieben.“

Mehrheit knapp nicht erreicht

Doch am 10. August sei bei einer außerordentlichen Vollversammlung der Agrargemeinschaft Alpe Gemeine Brongen und Tristen bei der Abstimmung über die Verträge die nötige Zweidrittelmehrheit nicht erreicht worden, wie es in der Mitteilung heißt.

In der Versammlung sei zunächst das Protokoll der Vollversammlung vom 3. März 2026 einstimmig genehmigt worden. Anschließend sei über die Verträge abgestimmt worden. Bei der Abstimmung stimmten demnach 58 beziehungsweise 60 Prozent der Weiderechte für die beiden Verträge – womit eben die laut Satzung erforderliche Zweidrittelmehrheit knapp nicht erreicht worden sei.

Skigebiet Schetteregg am 12.12.2024

ORF
Schetteregg war ein beliebtes Familienskigebiet, die Zukunft ist nun wohl wieder offen

Zusammenarbeit mit Vorstand der Alpe hervorgehoben

Ausdrücklich hervorzuheben sei jedoch die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit dem Vorstand der Alpe Gemeine Brongen und Tristen. Das nunmehrige Ergebnis dürfe daher weder als geschlossenes Nein der Alpe noch als Ablehnung dieser gemeinsamen Arbeit verstanden werden.

Die zur Abstimmung gestellten Verträge hätten aber die langfristige und verlässliche Grundlage für das gemeinsam entwickelte Gesamtprojekt schaffen sollen. Durch die Ablehnung könne dieses Projekt in der bisher vorgesehenen Form derzeit nicht umgesetzt werden, heißt es.

Kein Winterbetrieb 2026/27

Für den Winterbetrieb 2026/27 fehle unter der aktuellen Beschlusslage die erforderliche langfristige Absicherung und Planungssicherheit. Schetteregg werde daher im kommenden Winter nicht geöffnet.

„Weitere damit verbundene Investitions- und Vorbereitungsmaßnahmen werden nicht ausgelöst. Zum aktuellen Zeitpunkt besteht für das bisher entwickelte Gesamtmodell keine tragfähige Lösung“, heißt es in der Mitteilung.

„Wirtschaftliche Werte in Millionenhöhe“

Das Entscheidungsrecht jedes Anteilsberechtigten werde respektiert. Bei einer solchen Entscheidung dürfe jedoch erwartet werden, dass jedes Stimmrecht eigenverantwortlich, sorgfältig und unter Abwägung sämtlicher Konsequenzen ausgeübt werde, heißt es.

Die Auswirkungen dürften nicht auf ein einzelnes Jahr oder eine Wintersaison reduziert werden, heißt es weiter in der Mitteilung. Die vorgesehenen Vereinbarungen seien auf eine Laufzeit von 20 Jahren ausgelegt worden und hätten Schetteregg langfristig absichern sollen.

Die langfristigen Einnahmen für Landwirtschaft und Grundeigentümer stünden nun ebenso auf dem Spiel wie die wirtschaftliche Perspektive zahlreicher weiterer Partner. Viele hätten sich auf die Fortführung verlassen, Vorbereitungen getroffen und teilweise bereits investiert.

Rechtliche Auswirkungen werden geprüft

„Nach der grundsätzlichen Zustimmung im März musste allen Beteiligten bewusst sein, dass auf dieser Grundlage konkrete Planungs- und Investitionsentscheidungen getroffen, Behördenverfahren vorangetrieben, Verträge ausgearbeitet und finanzielle Verpflichtungen eingegangen werden. Genau dies ist in den vergangenen Monaten geschehen.“

Die rechtlichen Auswirkungen des nun erfolgten Kurswechsels, insbesondere im Hinblick auf die im Vertrauen auf den bisherigen Beschluss-, Verhandlungs- und Abstimmungsprozess getätigten Aufwendungen und Investitionen, würden daher sorgfältig geprüft, heißt es.

Konsequenzen nun „mit Ruhe“ bewerten

Wichtig sei gleichzeitig festzuhalten, dass dieses Ergebnis kein generelles Nein der Region und auch kein geschlossenes Nein der Alpe Gemeine Brongen sei. Die klare Mehrheit habe die Verträge unterstützt.

Investor Sutterlüty betont, dass er weiterhin an das Potenzial Schettereggs glaube. „Die aktuelle Situation und die daraus entstehenden Konsequenzen für die weitere Entwicklung von Schetteregg werden nun mit Ruhe, Klarheit und unternehmerischer Verantwortung bewertet.“

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