Krumbach/Langenegg – (ms) Die Silhouette eines großen Hundes, grün reflektierende Augen und ein Tier, das sich langsam ins hohe Gras duckte: Während der Suche nach einer entlaufenen Kuhherde machte ich am frühen Freitagmorgen eine Beobachtung, die mich an einen Wolf denken ließ und mich auch auf meiner Heimfahrt durch den Bregenzerwald noch beschäftigte.
Als Kameramann war ich am 16. Oktober 2026 beim Unfall auf der L6 zwischen Krumbach und Langenegg vor Ort. Auf der Suche nach den entlaufenen Rindern fuhr ich rund einen Kilometer weiter in Richtung Langenegg. Das laute Rufen einer Kuh machte mich auf die Herde aufmerksam.
Im Lichtschein meiner Taschenlampe konnte ich zunächst nur die Umrisse der Rinder erkennen. Als die Tiere die Straße überquerten, war eindeutig, dass ich die gesuchte Herde gefunden hatte.
Etwa 40 Meter hinter der Herde bewegte sich etwas anderes.
Im Dunkeln erkannte ich die Silhouette eines deutlich kleineren Tieres. Zunächst dachte ich an ein Kalb. Dann blickte das Tier kurz in meine Lampe. Seine Augen reflektierten grün und wirkten deutlich kleiner als die der Kühe. Daneben erschien gleichzeitig ein zweites, kleineres und tiefer liegendes Augenpaar, das sich anschließend abwandte.
Was mich besonders stutzig machte: Das größere Tier drehte den Blick nicht seitlich weg. Stattdessen sanken seine Augen langsam ins kniehohe Gras und verschwanden – als würde es sich ducken. Gerade diese Bewegung ließ mich an einen Wolf denken.
Ich wollte näher herangehen und mit der Kamera filmen. Dann hielt ich inne: „Stopp – was, wenn das Wölfe sind?“ Ich ging ganz langsam rückwärts zu meinem Jeep zurück.
Mein Aufnahmeversuch zeigt fast nur Dunkelheit. Lediglich die reflektierenden Augen sind als kleine Lichtpunkte erkennbar. Ob es tatsächlich Wölfe waren, lässt sich damit nicht belegen. Auch ein Zusammenhang mit dem Ausbruch der Rinder ist nicht bestätigt.
Ich erzählte sowohl dem ORF als auch den VN von meiner möglichen Wolfssichtung. Beim ORF fragte man mich: „Hast du es gefilmt?“, bei den VN: „Hast du es fotografiert?“ Meine Antwort war klar: „Nein, ich habe keine Bilder, die das belegen. Lasst mich damit bitte aus der Geschichte raus – ohne Beweise mache ich mich nur lächerlich.“
Mein Hinweis half beim Einfangen der Herde
Ich verständigte den Feuerwehrnotruf 122 und bat darum, den Standort der Herde an den Einsatzleiter weiterzugeben. Die Verständigung funktionierte: Die jungen Landwirte konnten die dort aufgefundenen Rinder innerhalb weniger Minuten einzäunen.
Zuvor war gegen 5 Uhr ein Autofahrer mit einer Kuh zusammengestoßen. Laut Polizei wurde der Lenker leicht verletzt und ins Krankenhaus Dornbirn gebracht. Auch die Kuh wurde verletzt, am Fahrzeug entstand Totalschaden.
Eine persönliche Bitte an die Eltern im Bregenzerwald:
Auf meiner Heimfahrt sah ich kleine Kinder, die in der Dunkelheit allein an Bushaltestellen warteten. Sie trugen reflektierende Jacken, manche auch Stirnlampen – aber kein Erwachsener stand bei ihnen.
Was ich zuvor gesehen hatte, hatte mich ernsthaft beschäftigt. Als ich dann die Kinder allein am Straßenrand stehen sah, wurde mir mulmig. Dieser Anblick ließ mich nicht mehr los. Deshalb möchte ich meine Beobachtung nun doch öffentlich schildern, auch wenn ich nicht sicher sagen kann, welches Tier es war.
Ich möchte keine Panik verbreiten. Meine Bitte an die Eltern im Wald ist aber ernst gemeint:
Begleitet eure kleinen Kinder gerade an den dunklen Herbstmorgen nach Möglichkeit zur Bushaltestelle und wartet mit ihnen, bis der Bus kommt. Reflektierende Jacken und Lampen sind wichtig. Eure Begleitung gibt zusätzlich Sicherheit.
Ein persönlicher Augenzeugenbericht von Maurice Shourot.
Bilder und Video von Maurice Shourot (c) Unfall Krumbach
Titelbild: Symbolfoto: VLK
















