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1st Place Model Agentur: Heute Bilder und Interview von und mit Emilia Doninguez aus Schwarzenberg

Emilia Dominguez aus Schwarzenberg ist mittlerweile eines der international erfolgreichsten Vorarlberger Models der Gegenwart. Die 22-jährige wird von der internationalen Agentur 1st Place Models, des “Ländle-Modelmanagers” Dominik Wachta gemanagt.

Titelbild und Foto 2 unten von Teo Greenberg (c)

So gelang ihr unter anderem der Sprung nach Mailand wo sie zahlreiche tolle Aufträge hatte. Dominquez, die väterlicherseits mexikanische vorfahren hat, konnte auch bei großen Fashionweeks ihr Können zeigen, war sie doch bei mehreren Shows, sowohl bei der London Fashionweek, als auch der Milano Fashionweek im Einsatz.

Mittlerweile lebt und studiert sie in Wien, ist aber noch immer regelmäßig bei ihrer Familie im Bregenzerwald.

Fotos unten:

Makeup: Helena Jonke, Foto (c): Robert Pichler
Foto 2 (c): Nicola Giordano

Interview mit Emilia Dominguez

Du kommst aus Vorarlberg und hast inzwischen eine internationale Modelkarriere aufgebaut. Wann hast du zum ersten Mal gemerkt, dass aus dem Modeln tatsächlich mehr werden könnte als nur ein schönes Hobby oder ein paar Shootings?

Ich glaube das war der Moment, als ich meinen Vertrag in der neuen Agentur unterschrieben habe. Nur wenige Wochen später wurde ich für ein paar Wochen nach Mailand geschickt. Das war wirklich aufregend, ich hatte das gar nicht kommen sehen! Ich hatte total coole Shootings und unzählige Castings, auf die ich eingeladen wurde. Ein paar Monate später wurde ich dann für die Fashionweek in Mailand gebucht.

Du warst bereits bei großen internationalen Fashionweeks dabei und gerade Mailand ist für Models natürlich ein ganz besonderer Schauplatz. Wie hast du deine Zeit in Mailand erlebt und was war für dich persönlich der bisher größte Moment dort?

Die Zeit in Mailand war etwas ganz besonderes. Ich hatte das große Glück, dass viele andere Mädchen aus meiner Agentur auch für die gleichen Shows gebucht wurden und ich diese zum Teil von anderen Shootings oder Jobs schon gut kannte. Fashionshows sind grundsätzlich immer mit ganz langen Wartezeiten verbunden. Calltime, also die Uhrzeit, an der man am Set sein muss, ist meistens schon um sieben oder acht in der Früh, auch wenn die Show erst abends stattfindet. Es ist wichtig, genug Zeit für Haare und Make-Up, sowie die Proben zu haben. Beruflich war wahrscheinlich die Show selbst der größte Moment, am meisten ins Herz geschlossen habe ich aber die schönen Erinnerungen mit den anderen Models. Models wird oft nachgesagt, dass sie eingebildet und fies seien, doch das habe ich ganz und gar nicht so erlebt. Alle waren sehr lieb und freundlich. Manche von ihnen sind auch jetzt meine Freundinnen geworden, auch wenn sie zum Beispiel in Portugal oder Frankreich wohnen.

Wenn man aus Vorarlberg kommt, ist die große Modewelt mit Mailand, Paris oder London zunächst ziemlich weit weg. Wie groß war für dich der Schritt von Vorarlberg in diese internationale Welt und gibt es manchmal noch Momente, in denen du dir denkst: Unglaublich, wo ich inzwischen gelandet bin?

Ja und Nein. Meinen Eltern war es immer sehr wichtig, dass ich viel von der Welt sehe. Mein Papa selbst ist aus Mexiko City, eine Stadt mit so vielen Einwohnern, wie es in Österreich Menschen gibt. Ich war also immer schon an große Städte gewohnt und fühle mich dort auch sehr wohl. Trotzdem lerne ich es immer wieder zu schätzen wie schön es zu Hause ist.

Du arbeitest inzwischen mit internationalen Fotografen, Designern und anderen Models. Was unterscheidet das Modelbusiness im Ausland von dem, was du am Anfang deiner Karriere in Österreich kennengelernt hast?

Österreich hat keine Modemetropole wie zum Beispiel Frankreich oder Italien. Dort ist das ganze größer, aktiver und lebendiger als in Österreich. Trotzdem darf man Österreich nicht unterschätzen! Es gibt zahlreiche super interessante Designer und Designerinnen, die wirkliche Kunstwerke erschaffen.

Bei einer Fashionweek geht es nicht nur um Glamour. Viele Menschen sehen am Ende die paar Minuten auf dem Laufsteg, bekommen aber gar nicht mit, wie viel Arbeit, Stress und Warten dahinterstecken. Wie sieht so ein typischer Fashionweek Tag für dich tatsächlich aus?

Wie schon vorhin kurz erwähnt, beginnen die Tage oft sehr früh und enden dann erst wirklich zwischen acht und zehn. Der genaue Zeitplan unterscheidet sich immer wieder, doch jedes Mal gibt es mindestens eine Probe, in der man die Show einmal komplett durchgeht. Das ist sehr wichtig, man bekommt ein viel besseres Gefühl dafür, was ein paar Stunden später auf einen zukommt. Haare und Make-Up dauern meistens auch zwischen einer und zwei Stunden. Auch das Fitting, also die Anprobe, dauert. Das findet aber meistens schon ein paar Tage davor statt, und es wird nur kurz davor nochmal geschaut, ob alles passt und richtig sitzt. Den größten Teil es Tages verbringt man aber mit warten. Das mag jetzt blöd klingen, aber das wird mit der Zeit wirklich anstrengend. Man muss immer bereit und Aufmerksam sein, falls etwas wichtiges gesagt wird. Da freut man sich umso mehr, wenn es liebe Menschen am Set gibt, mit denen man sich unterhalten kann.

Du hast durch deinen Beruf schon einiges von der Welt gesehen. Gibt es trotzdem etwas, das du aus Vorarlberg vermisst, wenn du länger unterwegs bist? Und was verbindest du heute ganz persönlich mit deiner Heimat?

Nach Hause zu kommen ist immer ein sehr schönes Gefühl. Ich verstehe mich sehr gut mit meinem Bruder, den ich immer vermisse, wenn ich nicht in Vorarlberg bin. Aber auch meine Oma und meine Eltern sind mir sehr wichtig. Und mein Hund! Ich glaube, dass der Ort, an dem man aufwächst, immer besonders für einen bleiben wird. Es ist einfach so schön bei uns im Bregenzerwald. Außerdem sind die Supermärkte in Wien, also da wo ich gerade wohne, nichts im Vergleich zu denen in Vorarlberg. Zu Hause ist alles viel frischer und regionaler und der Käse schmeckt besser.

Wenn du deine bisherige Karriere betrachtest: Gibt es einen Moment, bei dem du heute noch Gänsehaut bekommst, wenn du daran zurückdenkst?

Na klar! Abgesehen von den Shows, die immer sehr aufregend sind, war es ein weiterer Meilenstein bei LÓfficiel, einem großen Magazin, meine Fotos zu sehen. Das war wirklich überwältigend.

Wo soll die Reise noch hingehen? Gibt es eine bestimmte Fashionweek, einen Designer oder vielleicht sogar ein ganz konkretes Ziel, von dem du sagst: Wenn ich das irgendwann geschafft habe, kann ich wirklich sagen, ich bin als Model dort angekommen, wo ich immer hinwollte?

Ich habe schon sehr vieles geschafft, von dem ich mir nicht einmal erträumt hätte, dass es mir passieren könnte. Ich bin einfach unfassbar dankbar, dass mein Manager so an mich glaubt und ich immer wieder tolle Chancen bekomme. Natürlich würde ich wieder gerne eine Fashionweek mitlaufen. Vielleicht auch wieder einen längeren Aufenthalt im Ausland? Das wäre cool.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für die Zukunft!

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