Was für ein Einstand in der Oberliga Süd! Die HC Tigers haben ihr erstes Meisterschaftsspiel in der neuen Liga vor 1300 Zuschauer mit 4:3 gegen die Selber Wölfe gewonnen – und damit einen Abend geliefert, der im Messestadion noch länger in Erinnerung bleiben dürfte.
(mk)Schon vor dem ersten Bully zeigte sich, was die neue Liga mit sich bringt. Zahlreiche Fans hatten die weite Reise aus Selb angetreten und sorgten gemeinsam mit dem heimischen Anhang für eine beeindruckende Kulisse. Weil einer der Gästebusse auf der Anreise mit einem technischen Defekt zu kämpfen hatte, wurde der Spielbeginn in Abstimmung mit allen Beteiligten kurzerhand um rund 15 Minuten nach hinten verschoben.
Mit einer gelungenen Choreografie auf den Rängen war alles angerichtet – und die Tigers brauchten gerade einmal 113 Sekunden, um auch sportlich anzuschreiben. Timo Sticha, einer jener Neuzugänge, die bereits Oberliga-Erfahrung mitbringen, erzielte nach Vorarbeit von Philipp Pöschmann den ersten Meisterschaftstreffer der neuen Ära. Danach entwickelte sich eine enorm schnelle Partie. Selb zeigte immer wieder seine Qualität und kam zu guten Möglichkeiten, fand jedoch lange seinen Meister in Lorenz Widhalm. Der Tigers-Schlussmann erwischte einen starken Abend und parierte insgesamt 36 der 39 Schüsse auf sein Tor.
Im zweiten Drittel wurde die Partie zunehmend körperlicher und hitziger. Gerade in dieser Phase war es wichtig, dass die Tigers ihren Vorsprung ausbauen konnten. In der 29. Minute stand Morten Jürgens richtig und verwertete zum 2:0. Selb blieb allerdings gefährlich. Philipp Rubin brachte die Wölfe in der 37. Minute auf 2:1 heran – und damit war vor dem Schlussabschnitt wieder alles offen.
Dort folgte zunächst der nächste Rückschlag. Aiden Brown erwischte Widhalm in der 43. Minute auf dem falschen Fuß und stellte auf 2:2. Doch die Antwort der Tigers kam prompt. Nur zwei Zeigerumdrehungen später nutzte Morten Jürgens ein Powerplay und schob den Puck durch die Beine des Selber Torhüters zur erneuten Führung ins Netz. Sein zweiter Treffer des Abends brachte das Messestadion endgültig zum Kochen. Entschieden war damit aber noch lange nichts. Auch Selb nutzte in der 56. Minute ein Überzahlspiel und glich durch Dennis Müller zum 3:3 aus. Alles deutete auf eine Verlängerung hin – bis 42 Sekunden vor Schluss.
Wieder Powerplay für die Tigers, wieder enormer Druck vor dem Tor – und Luis Ludin stand genau dort, wo ein Stürmer stehen muss. Der Neuzugang verwertete den Abpraller zum 4:3 und löste im Messestadion endgültig Ekstase aus. Jürgens und Yannik Lebeda lieferten die Assists. Die letzten Sekunden brachten die Tigers über die Zeit – dann gab es kein Halten mehr. Ein historischer Abend endete mit den ersten Punkten in der Oberliga, einer Mannschaft, die gegen einen hoch eingeschätzten Gegner Moral und Nervenstärke bewies, und einer Atmosphäre, die eindrucksvoll zeigte, was diese neue Saison bringen kann.
Viel Zeit zum Feiern bleibt allerdings nicht: Bereits am Sonntag wartet auswärts bei den Stuttgart Rebels die nächste Aufgabe. Spielbeginn ist um 17:30 Uhr. Die Tigers freuen sich auf die Unterstützung vor Ort und live über Sprade.tv.
HC Tigers – Selber Wölfe 4:3 (1:0, 1:1, 2:2)
Tore HCT:
1:0 Sticha (01:53/Pöschmann)
2:0 Jürgens (28:15/Lindström)
3:2 Jürgens (44:44/PP1, Lindström, Ludin)
4:3 Ludin (59:18/PP1, Jürgens, Lebeda)
Torschüsse: 30:39
Lorenz Widhalm: 36 Saves, 92,3 % Fangquote
1300 Zuschauer



