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Historische Saison 2025/26 für RW Langen: Vom Fehlstart zum erstmaligen Aufstieg in die Vorarlbergliga

(mk)Als Schiedsrichter Mutlu am 7. Juni 2026 die Partie beim SK Meiningen beendete, brachen alle Dämme. Spieler, Betreuer und Fans lagen sich in den Armen, Freudentränen flossen und hunderte Rot-Weiße feierten gemeinsam einen Moment, auf den Generationen hingearbeitet hatten.

Der Rohrtechnik Kirchmann FC RW Langen steigt erstmals in seiner Vereinsgeschichte in die Vorarlbergliga auf.

Was heute wie ein Märchen klingt, begann allerdings alles andere als perfekt.

Schwieriger Start, starke Reaktion

Nach einem kleineren Kaderumbruch im vergangenen Sommer stieß mit Ex-Profi Sidinei de Oliveira die erhoffte Verstärkung für das zentrale Mittelfeld zum Verein. Gemeinsam mit den Neuzugängen Emilian Österle und Nikola Travica sollte er einer Mannschaft neue Impulse verleihen, die zunächst jedoch schwer in die Saison fand.

Das frühe Aus in beiden Cupbewerben sowie Niederlagen gegen Viktoria Bregenz und Schruns sorgten für einen Fehlstart. Nach dem 2:2 in Au fand sich unsere Mannschaft sogar am Tabellenende wieder. Doch die Kirchmann-Elf zeigte Charakter und leitete mit einem umkämpften Derbysieg gegen Sulzberg die Wende ein.

In den folgenden Wochen entwickelte sich das Team zu einer der spielstärksten Mannschaften der Liga. Besonders die klaren Siege gegen Brederis, Bezau, Höchst, Meiningen und Hatlerdorf unterstrichen das enorme Potenzial der Mannschaft. Zur Winterpause belegte man mit 21 Punkten Rang fünf und hatte sich trotz des schwierigen Starts wieder in Schlagdistanz zur Spitze gebracht.

Trainingslager als Fundament für ein großes Frühjahr

Im Winter wurde der Kader mit den beiden erst 16-jährigen Talenten Eliah Kirchmann und Torhüter Maurice Steidle verstärkt, die vom FC Lindenberg nach Langen wechselten. Während Maurice wertvolle Erfahrungen im Kampfmannschaftsbereich sammeln konnte, setzte insbesondere Eliah bereits die eine oder andere Duftmarke im Eins und erzielte im Frühjahr drei Tore.

Der eigentliche Grundstein für die historische Rückrunde wurde jedoch im Trainingslager in Oberhaching bei München gelegt. Dort arbeitete die Mannschaft intensiv an Fitness, Spielidee und Zusammenhalt. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Frühjahr waren geschaffen.

Dennoch verlief auch der Frühjahrsstart alles andere als optimal. Erneut setzte es Auftaktniederlagen gegen Viktoria Bregenz und den FC Schruns und man stand wieder einmal mit dem Rücken zur Wand. Der Rückstand auf die Aufstiegsplätze wuchs und viele Beobachter hatten den RWL bereits abgeschrieben.

Doch dann kam das Heimspiel gegen den FC Au – das Spiel, das alles veränderte

Gegen Au lag man wenige Minuten vor Schluss mit 0:2 zurück. Die Saison drohte endgültig zu kippen. Doch die Mannschaft weigerte sich aufzugeben. Mit einer furiosen Schlussphase gelang die kaum mehr für möglich gehaltene Wende zum 3:2-Sieg. Dieser Erfolg setzte Kräfte frei, die die Mannschaft bis zum Saisonende tragen sollten.

Mit neuem Selbstvertrauen folgten der 2:0-Derbysieg beim FC Sulzberg und ein überzeugendes 3:0 gegen den späteren Mitaufsteiger TSV Altenstadt. Zwar gab es in Gaißau noch einen kleinen Rückschlag, doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten.

Beim spektakulären 6:2 gegen Brederis zeigte die Mannschaft ihre gesamte Offensivkraft, ehe man mit einem starken 4:2-Auswärtssieg auf dem Bezauer Kunstrasen einen direkten Konkurrenten aus dem Aufstiegsrennen nahm.

Auch die beiden 1:1-Unentschieden gegen Doren und insbesondere gegen den direkten Konkurrenten Höchst erwiesen sich im Nachhinein als wichtige Schritte auf dem Weg nach oben.

Das Fronleichnams-Wunder

Dann kam jenes Wochenende, das für immer einen besonderen Platz in der Vereinsgeschichte einnehmen wird.

Am Fronleichnamstag gastierte der SC Hatlerdorf in der Magic Fit Arena. Zur Pause lag man überraschend mit 0:2 zurück. Erinnerungen an verpasste Chancen der Vergangenheit und an die Enttäuschung der Vorsaison wurden wach. Doch die Mannschaft zeigte eine der stärksten Halbzeiten der gesamten Saison. Mit unglaublicher Leidenschaft, Mentalität und Offensivkraft drehte sie die Partie innerhalb weniger Minuten und feierte am Ende einen spektakulären 5:2-Erfolg – der erste Matchball war gesichert.

Zwei Tage später führte die Reise zum Tabellenletzten SK Meiningen. Begleitet von zahlreichen Fans entwickelte sich ein echter Krimi. Mehrfach geriet die Mannschaft in Rückstand, kämpfte sich aber immer wieder zurück.

Als Jonas Feßler in der 76. Minute das entscheidende 3:3 erzielte, war der Aufstieg plötzlich zum Greifen nahe. Die Schlussphase wurde zur Nervenschlacht, ehe der Schlusspfiff schließlich die Erlösung brachte.

Der erstmalige Aufstieg in die Vorarlbergliga war perfekt.

Krönender Abschluss gegen den Meister

Doch auch nach dem feststehenden Aufstieg war die Mannschaft noch nicht satt. Im letzten Saisonspiel gastierte mit dem FC Götzis der bereits feststehende und absolut verdiente Meister in der Magic Fit Arena.

Nach der bitteren 2:4-Niederlage im Hinspiel wollte sich die Kirchmann-Elf noch einmal von ihrer besten Seite zeigen – und tat dies eindrucksvoll. Mit einer begeisternden Leistung besiegten Spettel & Co. den Meister verdient mit 4:1 und setzte damit einen würdigen Schlusspunkt unter eine außergewöhnliche Saison. Besonders Jonas Feßler mit drei Treffern – darunter ein Fallrückzieher der Marke „Tor des Jahres“ – sorgte für einen perfekten Abschluss eines historischen Fußballjahres.

Zahlen, die den Erfolg erklären

Neben dem historischen Aufstieg sprechen auch die Statistiken eine klare Sprache. Mit 67 erzielten Treffern stellte RW Langen die beste Offensive der Liga und begeisterte die Zuschauer Woche für Woche mit mutigem und attraktivem Offensivfußball.

Besonders bemerkenswert dabei: Insgesamt 25 verschiedene Spieler kamen in dieser Saison zum Einsatz. Die 67 Tore verteilten sich auf 16 verschiedene Torschützen. Diese außergewöhnliche Breite unterstreicht die Qualität und Ausgeglichenheit des Kaders. Immer wieder waren es unterschiedliche Spieler, die Verantwortung übernahmen und in entscheidenden Momenten den Unterschied ausmachten.

Sinnbildlich für die besondere Mischung innerhalb der Mannschaft steht auch die Altersspanne im Kader: Mit Aleksandar Djordjevic war ein 44-jähriger Routinier ebenso Teil des Aufstiegsteams wie der erst 16-jährige Eliah Kirchmann. Erfahrung und Jugend ergänzten sich in dieser Saison auf beeindruckende Weise.

Ebenso erfreulich war die Entwicklung der jungen Spieler – so haben sich beispielsweise Timo Waldinger und Fabian Mätzler trotz ihres jungen Alters bereits zu wichtigen Stützen der Mannschaft entwickelt und eindrucksvoll bewiesen, dass die Zukunft des RW Langen vielversprechend ist.

Stellvertretend für die erfahrenen Führungsspieler müssen aber auch das Kapitänsgespann rund um Kapitän Manuel Spettel sowie die Routiniers David Spettel und Robert Nigsch erwähnt werden. Mit ihrer Erfahrung, ihrer Präsenz und ihrem unermüdlichen Einsatz gingen sie Woche für Woche voran, übernahmen Verantwortung in schwierigen Phasen und trieben die Mannschaft immer wieder an.

Genau diese Mischung aus hungriger Jugend, erfahrenen Führungsspielern, spielerischer Qualität, großer Mentalität und außergewöhnlichem Teamgeist machte letztlich den Unterschied im Aufstiegsrennen aus. Sinnbildlich dafür steht die beeindruckende Serie von sieben ungeschlagenen Spielen zum Saisonende.

Der größte Erfolg der Vereinsgeschichte

Der erstmalige Aufstieg in die Vorarlbergliga ist weit mehr als nur ein sportlicher Erfolg. Er ist das Ergebnis von hartem Training auf und neben dem Platz, akribischer Trainerarbeit, eines außergewöhnlichen Teamspirits, unzähliger ehrenamtlicher Stunden, der Unterstützung unserer Gönner und zahlreichen Sponsoren sowie vor allem des Zusammenhalts innerhalb des gesamten Vereins.

Bei aller Freude über das Erreichte gehört aber auch zur Wahrheit, dass nicht alles perfekt verlief. Im Laufe der Saison wurden immer wieder Punkte liegen gelassen und nicht jede Leistung entsprach den eigenen Ansprüchen. Gerade diese Rückschläge und schwierigen Phasen machten den späteren Erfolg jedoch umso wertvoller.

Ebenso darf nicht unerwähnt bleiben, dass die Ligareform mit der Einführung der neuen Arlbergliga ab der Saison 2026/27 in diesem Jahr vier Aufstiegsplätze aus der Landesliga ermöglichten. Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die Tabelle aber auch, dass die Mannschaft diese Chance mit einer starken Rückrunde, der besten Offensive der Liga und einer beeindruckenden Konstanz in den entscheidenden Wochen verdient genutzt hat.

Gerade deshalb bleibt dieser Aufstieg eine besondere Leistung – nicht weil alles perfekt war, sondern weil die Mannschaft immer wieder aufstand, Rückschläge wegsteckte und als Einheit zusammenwuchs.

Von Platz 14 nach drei Spieltagen bis zum Aufstieg in die Vorarlbergliga. Von Rückschlägen zu unvergesslichen Momenten. Von Zweifeln zu grenzenlosem Jubel. Von einem Traum zur Realität.

57 Jahre nach der Vereinsgründung hat RW Langen das größte Kapitel seiner Vereinsgeschichte geschrieben.

Vorarlbergliga – wir kommen!

Unser Aufstiegskader: (Einsätze inkl. Cup und Vorbereitung)

Jonas Feßler – 25 Einsätze

Felix Netzer – 25 Einsätze

Sidinei de Oliveira – 25 Einsätze

Fabian Mätzler – 24 Einsätze

David Spettel – 24 Einsätze

Manuel Spettel (K) – 23 Einsätze

Timo Waldinger – 23 Einsätze

Anthony Dunand – 22 Einsätze

Aleksandar Djordjevic – 22 Einsätze

Tibor Márton  – 22 Einsätze

Moritz Lingg – 21 Einsätze

TM Manuel Herbert – 19 Einsätze

Robert Nigsch – 18 Einsätze

Emilian Österle – 17 Einsätze

TM Nico Wild – 14 Einsätze

István Mihály – 14 Einsätze

Eliah Kirchmann – 13 Einsätze

Nikola Travica – 10 Einsätze

William Dunand – 9 Einsätze

Jannis Hammerer – 3 Einsätze

Johannes Sinz – 3 Einsätze

Martin Kirchmann – 3 Einsätze

Kevin Elbs – 2 Einsätze

Julian Frühwirth – 1 Einsatz

Moritz Neter – 1 Einsatz

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