(VDK)Bereits im vergangenen Winter fragten wir die Volksschuldirektorin Carmen Willi, ob wir diese Veranstaltung in der Schule in Egg abhalten dürfen. Carmen freute sich über unser Engagement und war fortan eine verlässliche Partnerin.
Die deutsche Fassung des Films Hannibal Brooks wurde im Spätherbst 1969 in Vorarlberg gezeigt und er lief zuletzt 2016 in den Vorarlberger Kinos und auch im Bregenzerwald, nachdem er 45 Jahre verschollen war. Warum sollten wir den Film also noch einmal zeigen? Unser Obmann Klaus erhielt bei Recherchen für ein anderes Projekt von Sylvia Schramm aus Schröcken ein Fotoalbum ihres ehemaligen Gatten Rüdiger Schramm. Dieser war Architekt und entwarf damals die Kulissen für den Film. Weitere Bilder erhielt er nach einem Aufruf im Gemeindeblatt Bregenz. So waren wir in der einmaligen Lage, einem breiten Publikum die Entstehung des Films zu zeigen.
Unser Partner Michael Wieser, Cinema Dornbirn stellte den Kinofilm zur Verfügung und der Verein Hans Bach die Kinotechnik.
Aufbau in der Aula und im Turnsaal der Volksschule Egg.
Barbara von der Kärbar in Großdorf übernahm die Bewirtung und es gab gratis Popcorn für alle Gäste.
Steffi und Andreas begrüßten die Gäste an diesem lauen Sommerabend.
Wir hatten ein fast schon übervolles Haus.
Obmann Klaus Riezler begrüßte die Gäste. Der wahre Star während den Dreharbeiten 1968 im Bregenzerwald war natürlich die Elefantendame Aida. Klaus bat die Zuschauer um ein Händezeichen derjenigen, die den Elefanten damals gesehen hatten. Es gab also viele Zeitzeugen im Publikum.
In seiner Eröffnungsrede verriet Klaus dem Publikum, dass Hannibal Brooks der einzige Hollywood Film sein, der jemals im Bregenzerwald gedreht wurde. Er verschlang damals 80 Millionen Schilling, was auch für Hollywood Standards sehr viel Geld war. Der Film wurde mit zum Teil Oscar-nominierten Stars gedreht und der Aufbau der Film Kulissen war immens.
Danach begrüßte er die ausgesuchten Zeitzeugen, die bei Klaus am Tisch Platz nahmen.
v.l.n.r.: Florian Felder, Mellau, Lothar Fetz, Schwarzenberg, Maria Wirth, Bezau, Helga Felder, Schnepfau, Sylvia Schramm, Schröcken.
In der Reihenfolge der Filmszenen wurden nun die Drehorte dem Publikum dargestellt und die Zeitzeugen teilten ihre Erinnerungen mit dem Publikum.
Klaus war Zeitzeuge bei den Dreharbeiten auf der Fluhbrücke an einem sehr heißen 2. Juli 1968 in Egg. Aida musste ständig zum Wassertrinken an den Dorfbrunnen beim Gasthof Löwen gebracht werden. Klaus vertrat auch Nanni Odermatt die ihm erzählte, dass an diesem Tag Seftone und Maria Natter vom Bühel heirateten und zum Kaffee in den Ochsen geladen hatten. Die Hochzeitgesellschaft hatte also einen Logenplatz und alle konnten Aida sehen.
Filmszene auf der Fuhbrücke in Egg
Lothar Fetz aus Schwarzenberg erzählte, wie Kinder bei den Dreharbeiten einen Handwagen über den Dorfplatz gezogen haben und in welchem Stadel der Elefant genächtigt hat. Es musste extra ein Block betoniert werden, damit Aida angebunden werden konnte. In seinem elterlichen Betrieb wurden die Roggenbrot Wecken gebacken, die für Aida bestimmt waren. Leider fanden die Szenen aus Schwarzenberg keine Verwendung im Film.
Der Filmtross am Dorfplatz in Schwarzenberg.
Aida auf dem Weg zum Steinbruch in Mellau.
Sylvia Schramm erinnert sich. Eigentlich sollten die Dreharbeiten in Schröcken am 20. April 1968 beginnen. Aber Schnee stand nicht im Drehbuch. Also weg damit. Mit Hilfe der umliegenden Frächter und einer „Wälderbähnle“ Waggonladung Thomasmehl (Kunstdünger) wurde der Schnee beseitigt. Während dieser Zeit kamen sich der Architekt Rüdiger Schramm und die Hotel Mohnenfluh Tochter Sylvia Strolz näher. Sie heirateten 1970.
Schneebeseitigung in Schröcken. Laut Sylvia soll die Schneeräumung eine Million Schilling gekostet haben.
Nachdem in der Nacht noch einmal 10 cm Schnee gefallen waren, konnten die Dreharbeiten endlich am 14. Mai 1968 beginnen.
Einer der Hauptdrehorte war das Hotel Mohnenfluh, dass von Rüdiger Schramm gehörig in Szene gesetzt wurde.
Die Dreharbeiten in Schnepfau fanden unmittelbar nach Schröcken statt. Helga Felder erzählte dem interessierten Publikum von der Szene am Dorfplatz mit dem Viehtrieb von Gallus Moosbrugger, in welchem Stadel im Neugut der Elefant untergebracht war und von der Verfolgung mit den Hunden, der schließlich zur Festnahme des Hauptdarstellers führte.
Der ehemalige Adlerwirt Peter Moosbrugger erzählte Klaus, dass im Adler zwei Schminkzimmer für Oliver Reed und Helmut Lohner eingerichtet wurden.
Vorarlberger Nachrichten 25. Mai 1968
Zeitzeugin Maria Wirth arbeitete damals als junge Dame im Hotel Post in Bezau als Bedienung. Sie hat den Hauptdarsteller Oliver Reed in sehr guter Erinnerung, er sei äußerst charmant und zuvorkommend gewesen. Hingegen soll Helmut Lohner ein richtiger Flegel gewesen sein.
Florian Felder war Kellner im Hotel Post. Der Filmtross war nur am Morgen und am Abend im Hotel. Am Morgen brachte er den Stars das Frühstück aufs Zimmer und am Abend durfte er sie an der Bar verwöhnen. Am Trinkgeld soll es nicht gefehlt haben.
Dies waren die Drehorte im Bregenzerwald. Klaus konnte allerdings unserem Publikum auch Bilder von anderen Drehorten zeigen. In Vorarlberg waren dies der Güterbahnhof in Bregenz, Das Dampfzug Unglück in St. Anton im Montafon, die Dreharbeiten bei der Lünerseebahn, in der Üble Schlucht im Laternsertal, sowie den Schweizer Grenzposten, gedreht oberhalb von Gurtis. Auch Drehorte in Bayern und Tirol wurden ausführlich geschildert.
Auf dem Bild zu sehen ist der markante Wehrturm, von Rüdiger Schramm entworfen. Er stand am Abgrund der Üble Schlucht im Laternsertales. Wir hatten drei Besucher aus Laterns. Einer davon hat damals den Wehrturm mitgebaut.
Klaus konnte den in London lebenden Sohn des Hauptdarstellers Mark Reed ausfindig machen. Unserer Bitte, eine Grußbotschaft an unser Publikum zu richten, ist er gerne nachgekommen. Er war als Bub zum Teil bei den Dreharbeiten dabei, durfte Aida füttern und sogar auf ihr reiten.
Mit diesen Informationen in den Köpfen begaben sich unsere Gäste nun in den Kinosaal.
Klaus dankte hier ganz offiziell der Volksschulddirektorin Carmen Willi, dem Team des Hans Bach Vereins und wünschte allseits eine spannende Unterhaltung bei Hannibal Brooks.
Wie schon berichtet, die Veranstaltung war ausgebucht.
In der Zwischenzeit wurde die „Wirtschaft“ von Barbara ins Freie verlegt. Wir bekamen viele Komplimente von sehr vielen zufriedenen Zusehern. Besonders die Kombination der Erklärungen zuerst mit dem Film danach gefiel unseren Gästen.
Wir vom Verein dorfkultur dürfen uns recht herzlich bei allen Gästen bedanken für die rege Teilnahme, bei der Volksschuldirektorin und Vize-Bürgermeisterin Carmen Willi für Unterstützung dieser Veranstaltung und ihre tatkräftige Mithilfe, bei unseren Zeitzeugen, beim Schulwart Klaus Hammerer für seine Mithilfe, beim Bauhof Egg für den Transport der Stühle, bei Barbara für die tolle Bewirtung, bei Michael Wieser für die Verleihung des Films, beim Hans Bach Verein für das tolle Kino Erlebnis und zu guter Letzt bei all unseren Vereinsmitgliedern, die mitgeholfen haben.






















































