SPORT

Tigers verlieren unglücklich in Passau

(mk)Ein bitterer Sonntag für die HC Tigers: Bei den Passau Black Hawks hatten die Vorarlberger nach 40 Minuten eigentlich alles im Griff, führten mit 4:0 und schienen auf dem Weg zum zweiten Sieg des Wochenendes. Doch im Schlussabschnitt gaben die Tigers die Partie völlig aus der Hand. Passau kämpfte sich zurück, erzwang die Verlängerung und setzte sich schließlich mit 5:4 nach Penaltyschießen durch.

Dabei begann der Abend aus Sicht der Gäste beinahe perfekt. Auch ohne die Verletzten Luca Wimmer, Mathias Haiböck und Morten Jürgens hatten die Tigers von Beginn an deutlich mehr vom Spiel und setzten Passau früh unter Druck. In der 13. Minute nutzte Nico Kramer ein Powerplay zur verdienten Führung. Nach Vorarbeit von Luis Ludin und Gustav Lindström traf der Stürmer zum 1:0. Nur 34 Sekunden später schlugen die Tigers erneut zu. Roberts Lipsbergs zog beim nächsten Angriff ab und überwand Passaus Schlussmann mit einem platzierten Schlenzer zum 2:0. Kurz vor der ersten Pause kamen die Hausherren zwar noch einmal gefährlich vor das Tor und trafen die Torumrandung, mehr ließ die Tigers-Defensive zunächst aber nicht zu.

Auch im Mittelabschnitt änderte sich zunächst wenig am Bild. Die Tigers kontrollierten die Partie und nutzten erneut ein Powerplay. In der 30. Minute war wiederum Roberts Lipsbergs zur Stelle und erhöhte auf 3:0. Gerade einmal etwas mehr als eine Minute später folgte bereits das 4:0 – und erneut hieß der Torschütze Lipsbergs, auch wenn diesmal die Scheibe lediglich von seiner Kufe ins Gehäuse abgelenkt wurde. Damit schnürte der Lette innerhalb eines Wochenendes seinen zweiten Hattrick in Folge. Zu diesem Zeitpunkt deutete wenig darauf hin, dass die Partie noch einmal kippen könnte. Passau fand offensiv kaum Lösungen und konnte sich mehrfach bei Torhüter Engler bedanken, dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel.

Was zuvor noch so souverän ausgesehen hatte, war plötzlich wie weggeblasen. Bereits 46 Sekunden nach Wiederbeginn traf Passau zum 1:4 und schöpfte neue Hoffnung. Die Hausherren erhöhten den Druck, während die Tigers immer weniger Zugriff auf die Partie bekamen. Nach dem 2:4 reagierte Headcoach Märt Eerme mit einer Auszeit – zum richtigen Zeitpunkt, um die Mannschaft wieder zu ordnen. Doch die erhoffte Wirkung blieb aus. Nur wenig später verkürzte Passau durch Grady Hobbs sogar auf 3:4. Aus einer komfortablen Vier-Tore-Führung war innerhalb weniger Minuten ein hochbrisantes Spiel geworden. Die Tigers wirkten in dieser Phase kopflos und fanden kaum noch zu jener Struktur zurück, mit der sie die ersten 40 Minuten kontrolliert hatten. In der Schlussphase musste man zudem in Unterzahl agieren. Passau erhöhte den Druck weiter und belohnte sich schließlich: Scheibengraber traf in der 59. Minute im Powerplay zum 4:4-Ausgleich.

In der Verlängerung fanden die Tigers wieder besser ins Spiel. Die Vorarlberger hatten erneut mehr Scheibenbesitz und kamen zu guten Möglichkeiten, brachten den entscheidenden Treffer aber nicht mehr an Engler vorbei. Damit musste das Penaltyschießen entscheiden. Dort behielt Alexander Schembri die Nerven und verwandelte den entscheidenden Versuch zum 5:4 für die Black Hawks. Für die Tigers bleibt damit nur ein Punkt aus einer Partie, in der nach zwei Dritteln eigentlich drei Zähler zum Greifen nahe waren. Positiv bleibt der starke Auftritt über 40 Minuten – umso schmerzhafter fällt allerdings der Einbruch im Schlussabschnitt aus.

Passau Black Hawks – HC Tigers 5:4 n.P. (0:2, 0:2, 4:0, 0:0, 1:0)

Tore HCT:
0:1 Kramer (12:08/PP1, Ludin, Lindström) Individualsponsor O&S Bau gratuliert.
0:2 Lipsbergs (13:45/Pöschmann) Individualsponsor Bäckerei Kleber gratuliert.
0:3 Lipsbergs (29:23/PP1, Kramer) Individualsponsor Bäckerei Kleber gratuliert.
0:4 Lipsbergs (30:45/Mussbacher, Pöschmann) Individualsponsor Bäckerei Kleber gratuliert.

Mit diesem unbefriedigenden Ende geht es nun in die Deutschland-Cup-Pause. Etwas weniger als zwei Wochen bleiben den Tigers, um die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Danach wartet direkt das nächste große Highlight: das Bodensee-Derby gegen die EV Lindau Islanders – und damit die erste Chance, die Bodensee-Trophy zurückzuholen.

Kommentar hinzufügen