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Land zieht Bilanz zu den diesjährigen TBC-Untersuchungen – Vorsichtige Entwarnung

LR Gantner: „Vorsichtige Entwarnung für Bäuerinnen und Bauern – Untersuchungen sind nahezu abgeschlossen“

Bregenz (VLK) – Die veterinärbehördliche Untersuchungsphase bei Rindern neigt sich dem Ende zu. Für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte war diese Zeit von großer Unsicherheit und emotionaler Belastung geprägt. „Das Land Vorarlberg kann nun vorsichtig Entwarnung geben. Rund 12.500 Tests in etwa 1.100 Betrieben wurden durchgeführt, mit weiteren Sperren ist nicht zu rechnen“, betont Landesveterinär Norbert Greber.

Landesweit wurden seit Beginn des Winters insgesamt rund 12.500 Rinder auf TBC getestet, davon wiesen 12 einen positiven bzw. fraglichen PCR-Test auf und wurden diagnostisch getötet. Weitere 55 Tiere mussten im Zuge der Bestandstötung in einem landwirtschaftlichen Betrieb am 7. Jänner 2026 getötet werden, davon 11 diagnostisch getötet.

Aktuell sind noch sechs landwirtschaftliche Betriebe wegen Tuberkulose gesperrt, davon fünf im Bezirk Bregenz und einer im Bezirk Dornbirn. In einem Fall besteht die Sperre nach wie vor ausschließlich aufgrund noch laufender abschließender Hygienemaßnahmen nach der bereits erfolgten Bestandstötung. Nach deren Abschluss kann der Betrieb wieder freigegeben werden. Der betroffene Betrieb im Bezirk Dornbirn steht im Zusammenhang mit einer Alpung außerhalb Vorarlbergs. Bei den übrigen gesperrten Betrieben im Bregenzerwald deuten die vorliegenden Befunde auf Ansteckungen während der vergangenen Alpsaisonen hin. Konkret wird das erst nach Durchführung der genomischen Sequenzierung der isolierten Erreger möglich sein. Positiv hervorzuheben ist, dass aktuell kein landwirtschaftlicher Betrieb im Bezirk Bludenz wegen TBC-Verdachts gesperrt ist.

„Wir wissen, wie herausfordernd und belastend die letzten Wochen für die bäuerlichen Familien waren und für die aktuell gesperrten Betriebe noch immer sind“, betont Landesrat Christian Gantner. „Mit den rund 12.500 durchgeführten Testungen können wir nun eine vorsichtige Entwarnung geben – die Untersuchungen sind nahezu abgeschlossen und die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Lage stabil ist“, unterstreicht Landesveterinär Greber.

TBC-Bekämpfung im Rotwildbestand
Landesweit wurden im noch laufenden Jagdjahr 2025/26 bislang 921 ein- und mehrjährige Stück Rotwild untersucht, davon waren 52 positiv. Die Prävalenz liegt im Bekämpfungsgebiet im Bezirk Bludenz bei 8,2 Prozent und im Bezirk Bregenz bei 2,7 Prozent; sie hat sich damit in beiden Gebieten im Vergleich zum Vorjahr in etwa halbiert.

„Die TBC-Bekämpfung im Rotwildbestand erfordert nicht bloß übliche Jagdmaßnahmen, sondern eine konsequente Seuchenbekämpfung. Grundvoraussetzung dafür ist, dass die verordneten Abschusspläne und die zusätzlich erhöhten Kontingente von den Jagdverantwortlichen konsequent eingehalten werden. Ich danke all jenen Jagdverantwortlichen und Jägern, die in den vergangenen Wochen und Monaten große Anstrengungen unternommen haben und ihrer Verantwortung in der Seuchenbekämpfung konsequent nachkommen. Wir dürfen keinesfalls zulassen, dass uns die TBC-Situation über Jahre hinweg begleitet“, so Landesrat Gantner.

Die Abschussvorgaben wurden für das noch laufende Jagdjahr 2025/26 massiv erhöht. In den betroffenen Wildregionen wurden zusätzlich zu den regulären Abschussplänen gezielte Abschussaufträge zur TBC-Bekämpfung erteilt, die je nach Wildregion einer Erhöhung von rund 13 bis 30 Prozent entsprechen. Insbesondere in der hauptbetroffenen Hegegemeinschaft 1.5b Bezau-Schönenbach im Bekämpfungsgebiet Nord wurden die Abschussvorgaben im aktuellen Jagdjahr massiv erhöht und zu einem Großteil bereits erfüllt: Bislang sind dort 483 von 495 nötigen Abschüssen erfolgt. Das laufende Jagdjahr 2025/26 endet am 31. März.

Auch in den bislang von TBC betroffenen Gebieten im Bezirk Bludenz wurde der Rotwildbestand in den vergangenen Jahren deutlich reduziert. Die ersten Erfolge sind sichtbar: In diesem Jahr musste kein landwirtschaftlicher Betrieb aufgrund von Tuberkulose gesperrt werden. Die Abschusszahlen und die Prävalenz der Rotwildproben bestätigen den eingeschlagenen Weg.

Gemeinsame Maßnahmen für sichere Alpen
Um die erreichten Fortschritte abzusichern und die Gefahr für Neuinfektionen zu minimieren, arbeitet das Land Vorarlberg aktuell gemeinsam mit Grundbesitzern, Jagdverantwortlichen, Alpbewirtschaftern und den Behörden an weiteren Maßnahmen für einen sicheren Alpsommer. Ziel ist es, die Gesundheit von Nutztier- und Rotwildbeständen nachhaltig sicherzustellen.

Dabei ist klar: Trotz aller positiven Entwicklungen und gemeinsamer Anstrengungen gab es auch in diesem Winter einzelne Betriebe, die besonders hart getroffen wurden. Die Belastungen für die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht übersehen oder kleingeredet werden. Jede Untersuchung, jede Sperre, jede Bestandstötung bedeutet für die betroffenen Familien einen schweren Einschnitt und ist eine zu viel.

„Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass wir – insbesondere im Bezirk Bludenz – auf dem richtigen Weg sind. Sie zeigen aber vor allem auch, dass es – insbesondere im Bezirk Bregenz – weiterhin konsequente Anstrengungen und ein gemeinsames Vorgehen braucht“, so Landesrat Gantner abschließend. „Nur gemeinsam können wir die Tuberkulose in den Griff bekommen und für gesunde Nutztier- und Rotwildbestände sorgen.“

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