Projektbeschreibung „Kunstbräu – der Wettbewerb“
Hintergrund – Zeitgenössische Kunst im Bregenzerwald
Zeitgenössische bildende Kunst wird meist mit urbanen Zentren assoziiert – aus Sicht des
Bregenzerwaldes sind das Städte wie Bregenz, Feldkirch, Innsbruck, Stuttgart, Zürich, München
u.v.m.. Doch auch im ländlichen Raum, insbesondere im Bregenzerwald, existiert eine
bemerkenswert lebendige Kunstszene. Erhebungen und Erfahrungen zeigen, dass es eine
beachtliche Zahl an Kunstschaffenden gibt, die entweder aus der Region stammen oder hier
leben und arbeiten.
Die junge Community wächst stetig und ist gut vernetzt. Künstler:innen besuchen gemeinsam
Ausstellungen, treten sich zu Stammtischen und pflegen einen regen Austausch – häufig
unabhängig von institutionellen Strukturen. Ein erster Schritt zur Vernetzung wurde mit einem
Verteiler von rund 65 Kunstschaffenden gesetzt, doch gerade die jüngeren Künstler:innen fehlen
noch.
Die Beweggründe vieler Künstler:innen den Bregenzerwald in jungen Jahren zu verlassen sind
vielfältig nachvollziehbar. Gründe dafür sind vor allem das Studium an renommierten
Universitäten in Wien, Graz, Linz, Zürich oder Berlin, bessere Jobchancen, hohe
Lebenshaltungskosten in Vorarlberg sowie die vermeintlich fehlende künstlerische Community
im ländlichen Raum.
Eine Kunstcommunity im Wald
Ziel ist es, die zahlreichen Kunstschaffenden aus dem Bregenzerwald stärker zu vernetzen,
sichtbar zu machen und langfristig an die Region zu binden. Viele von ihnen leben nicht mehr
dauerhaft hier – wodurch der Region wichtige Impulse und Begegnungen mit zeitgenössischer
Kunst entgehen.
Bislang existieren nur wenige Plattformen für Bregenzerwälder Künstler:innen, ihre Werke vor Ort
zu präsentieren. Dadurch werden auch potenzielle Sammler:innen kaum auf heimische Kunst
aufmerksam. Eine stärkere Sichtbarkeit würde den Bewohner:innen den Wert der regionalen
Kunstszene bewusst machen und diese über lokale Grenzen hinaus bekannt machen.
Ziele des Projekts:
Sichtbarmachung einer jungen Kunstszene in der Region
Motivation für künstlerisches Schaffen im Bregenzerwald
Stärkung des Selbstbewusstseins regionaler Künstler:innen
Sensibilisierung von Kommunen, Sammler:innen und Institutionen für heimische Kunst
Emotionale Bindung von Künstler:innen und ihren Werken an die Region
Der Kunstbräu-Wettbewerb
Mit dem Kunstbräu-Wettbewerb möchten wir eine weitere Möglichkeit für Bregenzerwälder
Künstler:innen bieten, sich sichtbar zu machen und sich mit einem bestimmten Thema
auseinander zu setzen.
Der Kunstbräu-Wettbewerb ist ein unabhängiger Wettbewerb zusätzlich zur großen
Herbstausstellung „Kunstbräu“. Während im Oktober eine freie Werkauswahl im Mittelpunkt
steht, gibt der Wettbewerb einen inhaltlichen Rahmen vor und ermöglicht einen konzentrierten
Dialog zwischen Künstler:in, Werk und Publikum.
Fact-Box 2026:
Preisgeld: € 500,– für das beste Werk
Diesjähriges Thema: „Metamorphose, Wandel und Veränderung“
Zugelassene Medien: Malerei, Grafik, Installation, Skulptur, Video
Ausstellungszeitraum: 30. Mai – 30. August 2026
Vernissage & Preisverleihung: 30. Mai 2026, 15:00 Uhr
Öffnungszeiten: täglich 14:00–17:00 Uhr
Anwesenheit der Künstler:innen: Sa 30.05., So 31.05., Do 04.06., Sa 06.06. und So
07.06.2026
Ort 2026: Sozialzentrum Egg
Informationen: www.kulturbuero.online
Das Thema Metamorphose zählt zu den zentralen Motiven der Kunstgeschichte. Es beschreibt
Übergänge, in denen Identitäten, Formen und Bedeutungen sich wandeln und neu ordnen. Auch
in der Natur ist alles stetiger Veränderung unterworfen. Der Wettbewerb lädt dazu ein, diese
Prozesse künstlerisch zu reflektieren.
Teilnahmeberechtigt sind Künstler:innen mit Wohn-/Ateliersitz im Bregenzerwald oder Herkunft
aus dem Bregenzerwald sowie deren Freund:innen. (D.h. jede:r Teilnehmende darf eine weitere
Person zur Teilnahme einladen.)
Eine unabhängige Jury wählt den/die Sieger:in; Bekanntgabe ist bei der Vernissage.
Entstehung der Idee
Die Idee entstand aus den regelmäßigen Stammtischen der Künstler:innen im Bregenzerwald.
Im Austausch über die jährliche Ausstellung „Die Kunstbräu“ wurde der Wunsch laut, das
kreative Potenzial noch gezielter zu fördern. Ein Wettbewerb mit thematischer Vorgabe sollte
neue Impulse setzen und zur inhaltlichen Auseinandersetzung anregen. In einem gemeinsamen
Brainstorming wurde für 2026 das Thema „Metamorphose, Wandel und Veränderung“ gewählt.
Besonderheit 2026
Der Wettbewerb findet dieses Jahr im Sozialzentrum Egg statt. Dadurch eröffnet sich die
Möglichkeit, das Thema Metamorphose mit den Lebensgeschichten der dort lebenden
Bewohner:innen zu verknüpfen. Begleitet wird das Projekt vom Bachelor-Studiengang Soziale
Arbeit der FHV im Rahmen der Lehrveranstaltung Projektorganisation mit Lehrbeauftragtem
Martin Geser. So entsteht ein Dialog zwischen Kunst, Sozialraum und Generationen.


