Bei der gestrigen (28. April) Generalversammlung der Vorarlberger Jägerschaft in Au stand neben aktuellen Themen auch ein bedeutender personeller Wechsel im Mittelpunkt: Landesjägermeister Christoph Breier übergab seine Funktion an seinen Nachfolger und Bezirksjägermeister Manfred Vonbank. Landesrat Christian Gantner dankte Breier für seinen langjährigen Einsatz und gratulierte Vonbank zur neuen Aufgabe. Gleichzeitig betonte er die zentrale Rolle der Jägerschaft: „Die Vorarlberger Jägerschaft ist ein unverzichtbarer Partner, wenn es um gesunde Wildbestände und den Erhalt ihrer Lebensräume geht. Die Jagd steht für gelebte Tradition, fundiertes Wissen und eine enge Verbundenheit zur Natur. Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich, wie wichtig Zusammenhalt, gegenseitiger Respekt und ein Miteinander auf Augenhöhe sind.“
Ein zentrales Thema bleibt weiterhin die Bekämpfung von Tuberkulose in Rotwild- und Rinderbeständen und die damit verbundene fordernde Situation für alle Beteiligten. Der Mindestabschussplan für die kommenden zwei Jahre wurden neu verhandelt und die Abschusszahlen nochmals deutlich erhöht. „Es wird derzeit viel von der Jägerschaft verlangt – die Situation erfordert es aber auch. Umso mehr gilt mein aufrichtiger Dank allen Jägerinnen und Jägern, Jagdschutzorganen und Hegeobleuten, die in der Seuchenbekämpfung ihren Beitrag leisten und Verantwortung übernehmen“, so Gantner.
Gleichzeitig unterstrich der Landesrat die Bedeutung eines sachlichen und konstruktiven Miteinanders: „In der TBC-Debatte ist viel Emotion spürbar – das ist verständlich. Entscheidend ist aber, dass uns diese nicht trennt, sondern verbindet. Am Ende werden wir den Kampf gegen Tuberkulose nur gemeinsam bewältigen können, wenn alle an einem Strang ziehen.“
Gantner hielt fest, dass es vor Ort unterschiedliche Sichtweisen gebe und Diskussionen daher nicht immer frei von Spannungen seien: „Was ich aber klar sagen kann: Auf Ebene der Verantwortlichen und Interessenvertretungen wird ein vertrauensvoller und konstruktiver Austausch gepflegt. In der gemeinsamen Sache besteht Einigkeit – und allen ist bewusst, dass es ohne dieses Miteinander nicht funktionieren wird. Ich kann nur dazu ermutigen, diesen Weg des respektvollen und sachlichen Austauschs weiter mitzugehen.“
Langjähriger Einsatz gewürdigt – neue Verantwortung übernommen
Ein besonderer Moment der diesjährigen Generalversammlung ist der Wechsel an der Spitze der Vorarlberger Jägerschaft: Landesjägermeister Christoph Breier übergibt nach zwei Perioden seine Funktion an seinen Nachfolger und Bezirksjägermeister im Bezirk Bludenz, Manfred Vonbank. „Christoph Breier hat über viele Jahre hinweg mit großem Engagement, Weitblick und Einsatz die Jägerschaft geprägt. Für die stets konstruktive Zusammenarbeit und seinen unermüdlichen Einsatz für Wild, Lebensraum und die Jägerschaft gebührt ihm unser großer Dank. Ich wünsche ihm alles Gute auf seinem weiteren Weg und ein kräftiges Weidmannsheil“, betonte Gantner.
Dem neuen Landesjägermeister Manfred Vonbank wünscht der Landesrat für seine verantwortungsvolle Aufgabe alles Gute und viel Erfolg: „Ich bin überzeugt, dass wir die bewährte, vertrauensvolle Zusammenarbeit gemeinsam weiterführen werden.“
Vorarlberger Jägerschaft
Die Vorarlberger Jägerschaft blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück – gegründet im Jahr 1919, vertritt sie heute rund 2.500 Mitglieder. Seither engagieren sich Jägerinnen und Jäger im ganzen Land für den Erhalt und den Schutz naturnaher Lebensräume und heimischer Wildtiere. Besonders erfreulich ist der wachsende Frauenanteil in der Jagdausbildung: In den Vorbereitungskursen zur Jagdprüfung stellen Frauen inzwischen ein Viertel und mehr der Teilnehmenden. Die Jägerschaft versteht sich als Stimme der Wildtiere und leistet mit einer verantwortungsvollen Jagdausübung einen wichtigen Beitrag zum gelebten Naturschutz in Vorarlberg.
Bilder (c): B. Hofmeister












