(fb)Die zweite Station der Asientour im Continental Cup war die Olympiaschanze von Peking 2022 in Zhangjiakou (HS140), 180 km nördlich von Peking gelegen. Ein Megakomplex ähnlich einem Raumschiff, aus dem die Athleten in ein Fußballstadion springen. Ringsum herrscht die Steppe. Für Schispringer sicher ein Abenteuer der besonderen Art. Die Bedingungen dort waren jedoch nicht besser als in Sapporo, mit dem Unterschied, dass es keinen Schnee gab. Stark wechselnder und böiger Wind machte es den Athleten nicht leicht, die richtige Flugkurve zu finden. Am Dienstag (13.01.) waren die Bedingungen mit plus/minus einem Meter Aufwind noch halbwegs gut, am Mittwoch (14.01.) bei plus/minus 2 Meter eher wieder Glücksache. Je nachdem, wo der Aufwind gerade greift, können 20 und mehr Gate-Punkte Abzug für das Ergebnis endscheidend sein. So passiert bei Niklas Bachlinger und vielen anderen im ersten Durchgang.
Niklas Bachlinger erreichte am Dienstag den sehr guten siebten Rang und war damit zweitbester Österreicher. Am Tag darauf ging der Schoppernauer von Rang 19 aus in den Finaldurchgang und konnte sich zumindest noch auf den 14. Platz verbessern. Von den Österreichern kam der 32-jährige Tiroler Clemens Aigner mit den Bedingungen am besten zurecht. Er schloss die Asientour mit Platz 5 und 2 ab und liegt damit in der Quotenregelung der Periode III voran. Mit Raphael Zimmermann (P5) und Hannes Landerer (P8) schafften es am Mittwoch zwei weitere ÖSV-Athleten in die Top Ten. Überraschend stark präsentierten sich in Zhangjiakou zwei deutsche Springer. Der 25-jährige Schwarzwälder Luka Roth konnte beide Bewerbe gewinnen, der 21-jährige Ben Bayer folgte am Dienstag mit Platz zwei und belegte am Mittwoch Platz 4. Im Dreiländerkampf waren die Norweger kompakt stark. An beiden Tagen konnten sich jeweils vier norwegische Athleten in den Top Ten platzieren. Soelve Jokerud Strand (P3) und Fredrik Villumstad (P3) schafften es jeweils einmal auf das Podest. Bei Weltcupspringer Robin Pedersen zeigten Platz 6 und 11 wohl Nachwirkungen von der Vierschanzentournee, wie Niklas Bachlinger auch.
Der Bregenzerwälder resümierte im Anschluss an das Springen in Zhangjiakou wie folgt: „Windmäßig waren die hohen Abzugspunkte von 21,0 im 1. Durchgang nicht gerechtfertigt. im Zweiten hätte es schon gepasst, aber ich war hinter dem Ski und hatte dann einfach keine Chance mehr auf Weite zu kommen. Ich hatte Schwierigkeiten, die Absprungkante zu treffen. Ich merke, dass ich müde und nicht spritzig bin, was wohl auf das fehlende Krafttraining in den vergangenen zwei Wochen zurückzuführen ist.“ In der Quotenwertung liegt Bachlinger als zweitbester Österreicher 85 Punkte hinter Aigner, was beim nächsten Continental Cup in Eisenerz (24./25. Januar) schwer aufzuholen sein wird. Viel wichtiger ist, dass Niklas Bachlinger mit seinen Leistungen in Sapporo und Zhangjiakou seinen Platz im COC-Team festigen konnte.
https://www.fis-ski.com/DB/general/event-details.html?sectorcode=JP&eventid=58121&seasoncode=2026
Foto Tadeusz Mieczynski, Niklas Bachlinger bei der Vierschanzentournee in Bischofshofen


