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Stellungnahme des ÖSV zu den FIS‑Plänen für einen neuen WM‑Zyklus

Stellungnahme des ÖSV zu den FIS‑Plänen für einen neuen WM‑Zyklus

Mit Interesse und einer gewissen Überraschung hat der Österreichische Skiverband die gestrige Mitteilung des Internationalen Ski- und Snowboardverbandes (FIS) zur Kenntnis genommen. Darin wird ausgeführt, dass sich der FIS‑Vorstand auf Basis einer – dem ÖSV nicht vorliegenden – Machbarkeitsstudie auf ein Konzept verständigt habe, die Frequenz der FIS‑Weltmeisterschaften künftig erhöhen zu wollen.

Der Österreichische Skiverband betont den wesentlichen Unterschied zwischen der grundsätzlichen Prüfung eines Konzepts und einer endgültigen FIS-Vorstandsentscheidung über einen neuen WM‑Zyklus. Angesichts der daraus entstandenen öffentlichen Diskussion und Tragweite einer solchen Änderung ist aus Sicht des ÖSV wesentlich, in der FIS-Kommunikation klar und transparent zwischen einer konzeptionellen Einigung (inklusive weiterer erforderlicher Bewertungen und Konsultationen) und finalen Beschlüssen – insbesondere jenen, die auch die Anwendung der geltenden FIS‑Weltmeisterschaftsbestimmungen betreffen, zu unterscheiden. Hier sollte seitens der FIS Klarheit geschaffen werden.

Vorbehaltlich eines formellen FIS‑Beschlusses oder einer Entscheidung, dieses Konzept weiterzuverfolgen, möchte der Österreichische Skiverband zu den Plänen, Weltmeisterschaften künftig nahezu jährlich auszutragen, wie folgt Stellung nehmen:
Die Präsidentenkonferenz des ÖSV hat sich bereits am 26. August nach intensiver Diskussion einstimmig gegen Weltmeisterschaften in jedem Nicht-Olympiajahr ausgesprochen.
Diese Position wurde dem FIS-Präsidenten bereits vor dem Council Meeting in Thun persönlich mitgeteilt.
Der ÖSV hatte zuvor grundsätzlich die Bereitschaft signalisiert, eine mögliche Alpine Ski-WM 2032 in St. Anton am Arlberg zu prüfen.
Im Zuge der intensiven Diskussion über die grundsätzlichen Auswirkungen eines nahezu jährlichen WM-Zyklus ist der ÖSV jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ein solches Modell aus sportlicher und strategischer Sicht nicht sinnvoll ist.
Konsequenterweise wurde daher auch einstimmig beschlossen, die Überlegungen hinsichtlich einer möglichen WM-Kandidatur von St. Anton für 2032 nicht weiterzuverfolgen. Die Kandidatur für 2033 ist hingegen bereits fixiert.
Für den ÖSV ist das eine sportpolitische Grundsatzentscheidung und keine Entscheidung gegen die Austragung von Weltmeisterschaften in Österreich. Eine Weltmeisterschaft muss etwas Besonderes bleiben.
Eine nahezu jährliche Austragung birgt aus ÖSV-Sicht die große Gefahr einer Inflationierung und damit einer schleichenden Entwertung des sportlichen Stellenwerts einer Weltmeisterschaft und eines WM-Titels.
Gleichzeitig sehen wir mögliche Auswirkungen auf den FIS Weltcup. Der Weltcup ist die zentrale jährliche Wettkampfserie unseres Sports und muss entsprechend stark positioniert bleiben.
Wenn es in nahezu jeder Saison entweder Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften gibt, besteht die Gefahr, dass die Bedeutung einzelner Weltcup-Saisonen und Weltcup-Veranstaltungen geschwächt wird.
Darüber hinaus würde ein zusätzlicher WM-Zyklus weitere Fixpunkte in einem bereits sehr anspruchsvollen internationalen Kalender schaffen.
Für die langfristige Entwicklung unseres Sports benötigen die FIS und die nationalen Verbände aber auch Flexibilität im Weltcup-Kalender – insbesondere um neue Austragungsorte zu entwickeln, neue Regionen und Märkte zu erschließen und innovative Formate zu ermöglichen.
Der ÖSV möchte daher die von der FIS angesprochenen Studien und Analysen zum Mehrwert zusätzlicher Weltmeisterschaften im Detail kennenlernen.
Für den ÖSV ist dabei entscheidend, nicht nur mögliche zusätzliche Erlöse oder mediale Effekte zu betrachten, sondern die Gesamtwirkung auf den Sport: auf Athletinnen und Athleten, Weltmeisterschaften, Weltcup, Veranstalter, Kalender, bestehende Austragungsorte und die langfristige Entwicklung neuer Märkte.

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