Eisenerz war für die Bregenzerwälder Skispringer kein guter Boden
(fb)Vergangenes Wochenende fanden Continental Cup Nummer 10 und 11 in Eisenerz in der Steiermark statt. Erstmals in der laufenden Wintersaison wurde in dieser Serie auf einer Normalschanze (HS109) gesprungen. Die Sprunglaufarena in der Eisenerzer Ramsau, Trainingsstätte vom Nordischen Ausbildungszentrum, ist seinem Ruf als sehr windanfällige Anlage an diesem Wochenende voll gerecht geworden.
Viele Unterbrechungen wegen zu starkem Wind haben das Springen in die Länge gezogen. Johannes Pölz war am Samstag im ersten Durchgang mit viel Rückenwind und noch einer Lucke weniger Anlauf als die zweite Hälfte des Feldes fast chancenlos und schaffte mit Platz 37 den Finaldurchgang nicht. Niklas Bachlinger (Bild) konnte seine guten Windverhältnisse im ersten Durchgang nicht nutzen und ging als 24. In den Finaldurchgang, wo dann der Schoppernauer Windpech hatte und den ersten Wettkampf nur auf Platz 25 abschließen konnte. Bachlinger hatte zwei Probesprünge zur Verfügung, um neues Material zu testen und ist damit nicht mit den besten Voraussetzungen über die Eisenerzer Schanze gesprungen.
Für Sonntag war in Eisenerz Schneefall und Starkwind prognostiziert, weshalb auf den Probedurchgang verzichtet wurde, um den Wettkampf schnellstmöglich durchbringen zu können. Der Schneefall blieb aus, der Starkwind nicht. Der erste Durchgang zog sich bei 53 Teilnehmern über eine Länge von eineinhalb Stunden, doppelt so lange wie bei beständigen Windverhältnissen.
Johannes Pölz eröffnete mit Starnummer 1 und landete bereits bei 87,5 Meter, was im Endklassement Rang 47 bedeutete. Für den Schwarzenberger war damit sein COC-Einsatz in Eisenerz kein Heimvorteil. Niklas Bachlinger zeigte einen guten Sprung auf 98 Meter, hatte jedoch extremen Aufwind und bedingt dadurch auch überdurchschnittlich hohe Punkteabzüge bei der Windkompensation. Er reihte sich auf Platz 15 ein, hatte jedoch nur einen Rückstand von 6,5 Punkte auf das Podest sowie 3,5 Punkte auf Rang sechs. Der zweite Durchgang der 30 besten wurde nach zwei Springern abgebrochen. Damit kam das Ergebnis vom ersten Durchgang in die Wertung und es gab keine Möglichkeit, sich zu verbessern.
Am Samstag siegte der 32-jährige Routinier Clemens Aigner aus Tirol vor Luca Roth aus Deutschland und Teamkollege Clemens Leitner. Aigner sicherte sich damit einen Quotenplatz für den Weltcup am letzten Januarwochenende in Willingen/Norddeutschland. Die große Überraschung lieferte jedoch Philipp Aschenwald. Der 30-jährige Zillertaler gab nach 34 Monate Wettkampfpause, aufgrund einer schweren Knieverletzung, in Eisenerz sein Saisondebüt und feierte nach Platz 9 am Samstag, mit der Tageshöchstweite von 100,5 Meter am Sonntag gleich einen Sieg.
Für die beiden Bregenzerwälder war das Wochenende hingegen eher ernüchternd. Niklas Bachlinger konnte sich mit einer Verbesserung auf Platz 11 in der COC-Gesamtwertung trösten. Ob er jedoch kommendes Wochenende beim nächsten COC in Lillehammer, oder beim FIS-Cup in Szczyrc/Polen starten wird, hängt einmal mehr vom Trainerentscheid ab. Johannes Pölz wird sich nach seinem Ausflug in die zweite Liga jedenfalls im FIS-Cup wiederfinden.
@Foto Berkutshi


